10 Fakten über das Kaffeetrinken in Italien

Die folgenden zehn Fakten über den Einsatz des Espressokochers und das Kaffeetrinken in Italien beruhen nicht auf meinen eigenen Erfahrungen, die ich auf vielen Reisen gesammelt haben. Vielmehr hat meine italienische Freundin Anna, die stets sehr gründlich arbeitet, eine (fast) repräsentative Umfrage durchgeführt und alle Generationen ihrer Familie und ihre Freunde ausführlich befragt.

Wer mag, kann sich bei den Italienern, den weltweiten Vorbildern beim Kaffeegenuss, etwas abgucken. Doch meine Lehre war hierbei vor allem, dass Kaffeegenuss eigentlich ganz einfach sein kann. Die Italiener verstehen es, ihren Kaffee so richtig zu genießen, ohne sich dabei Stress zu machen oder Geld aus dem Fenster zu werfen.

1. In praktisch allen italienischen Haushalten findet sich mindestens ein Espressokocher. Circa ein Drittel hat eine „Moka Express“, also einen Espressokocher des originalen Herstellers Bialetti, der die Funktionsweise vor knapp 100 Jahren erfunden hat. Sogar wer andere italienische Kaffeemaschinen zuhause hat, etwa eine Espressomaschine mit Pads, der besitzt zusätzlich auch einen Espressokocher.

2. Die Italiener haben meist nicht nur eine, sondern im Schnitt zwei Espressokocher, einen kleineren und einen größeren. Auf diese Weise können sie für verschiedene Anlässe die passende Menge Kaffee kochen. Die am weitesten verbreitete Größe kocht zwei bis drei Tassen Espresso. Der zweite Espressokocher kocht vier bis sechs Tassen.

3. Die Italiener verwenden ihren Espressokocher sehr häufig. Daher müssen sie den Gummiring circa alle drei Jahre ersetzen. Alle fünf bis zehn Jahre kaufen sie einen neuen Espressokocher.

4. Der Espressokocher kommt normalerweise beim Frühstück zum Einsatz, dann zum Mittagessen (falls man zuhause isst) und schließlich noch einmal am Nachmittag.

5. Normalerweise trinken die Italiener ihren Kaffee zuhause ohne Milch. Und wenn sie Milch verwenden, dann meist kalte Milch ohne Schaum.

6. Die große Mehrheit kauft das Espressopulver im Supermarkt. Einige verbreitete Marken sind Illy, Lavazza, Segafredo, Vergnano, Dersut, Kimbo. Zudem gibt es die Hausmarken von Lidl, Bennet und so weiter. Nur gut ein Zehntel der Italiener geben etwas mehr Geld aus und kaufen das Espressopulver in einem Café.

7. Selbst die Espressokocher vom Original-Hersteller Bialetti waren nie besonders teuer. Heute kostet das Modell für zwei Tassen ab 15 Euro und das Modell für vier bis sechs Tassen rund 25 Euro. No-Name-Espressokocher kosten etwa die Hälfte.

8. Seit zehn bis zwanzig Jahren macht Bialetti keine Fernseh-Werbung mehr. Die Marke ist sowieso überall bekannt, und niemand kann sich ein Leben ohne Espressokocher vorstellen.

9. In den 70er Jahren war es noch weiter verbreitet als heute, den Espresso mit einem Schuss Schnaps zu „korrigieren“. Einen solchen „Caffè corretto“ oder „Caffè con grappa“ trinkt man heute seltener, und wenn überhaupt dann nach dem Essen. Neben Grappa sind auch Rum oder sogar Bayleys mögliche Ergänzungen.

10. In Italien beginnt man mit dem Kaffeetrinken im Alter von 14 bis 15 Jahren. Am Anfang trinkt man ihn meist mit Milch, zum Beispiel als Cappuccino. Kaffeekochen mithilfe eines Espressokochers lernen die Italiener allerdings schon mit etwa neun Jahren. Respekt!